Donnerstag, 28. Februar 2013

Der große Zusammenbruch


Charité sucht nach Quelle der gefährlichen Keime



Der Zustand der drei mit dem hoch resistenten Darmkeim KPC infizierten Patienten des Virchow-Klinikums der Charité ist weiterhin kritisch. "Es gibt keinen neuen Sachstand, die Situation ist seit Montag unverändert", sagte am Dienstag eine Sprecherin der Charité. Die drei schwer kranken Patienten mit einer KPC-Infektion liegen isoliert in einer Intensivstation. Zwei weitere Patienten sind mit dem Keim besiedelt, aber nicht daran erkrankt. Auch diese Patienten werden isoliert und unter strengen Hygieneauflagen behandelt.

Quelle / Volltext morgenpost

Donnerstag, 24. Januar 2013

Reinhard Göddemeyer - Geplante Europäische Bürgerinitiative:


Reinhard Göddemeyer - Geplante Europäische Bürgerinitiative:


Geplante Europäische Bürgerinitiative:
Wasser und sanitäre Grundversorgung sind ein Menschenrecht! Wasser ist ein öffentliches Gut und keine Handelsware!


Wir fordern die Europäische Kommission zur Vorlage eines Gesetzesvorschlags auf, der das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung entsprechend der Resolution der Vereinten Nationen durchsetzt und eine funktionierende Wasser- und Abwasserwirtschaft als existenzsichernde öffentliche Dienstleistung für alle Menschen fördert.

Diese EU-Rechtsvorschriften sollten die Regierungen dazu verpflichten, für alle Bürger und Bürgerinnen eine ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser sowie eine sanitäre Grundversorgung sicherzustellen. Wir stellen nachdrücklich folgende Forderungen: 1. Die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Bürger und Bürgerinnen das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung haben. 2. Die Versorgung mit Trinkwasser und die Bewirtschaftung der Wasserressourcen darf nicht den Binnenmarktregeln unterworfen werden. Die Wasserwirtschaft ist von der Liberalisierungsagenda auszuschließen. 3. Die EU verstärkt ihre Initiativen, einen universellen Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung zu erreichen.


ECI(2012)000003

10/05/2012

http://ec.europa.eu/citizens-initiative/public/initiatives/ongoing/details/2012/000003/de

Bsirske Frank, Goudriaan Jan Willem, Nordström Annelie, Perret Anne-Marie, Kokalov Ivan, Pavanelli Rosa Maria, Prentis Dave

Goudriaan Jan Willem, Perret Anne-Marie

water@epsu.org, president@epsu.org

http://www.right2water.eu/

Wenn Sie eine Europäische Bürgerinitiative unterstützen wollen, müssen Sie Bürgerin oder Bürger der EU sein (also die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaats besitzen) und alt genug, um an Wahlen zum Europäischen Parlament teilnehmen zu dürfen (Mindestalter 18, außer in Österreich, wo das Mindestalter bei 16 Jahren liegt).
Weitere Informationen über die Bestimmungen zur Europäischen Bürgerinitiative:http://ec.europa.eu/citizens-initiative


Hier unterschreiben  !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ihr Reinhard Göddemeyer

Donnerstag, 4. Oktober 2012

News zu Killerkeimen


Zwei Patienten an neuem Coronavirus erkrankt


Der Coronavirus gehört zur einer Gruppe Viren, die auch Sars auslösen. 
In Saudi-Arabien sind zwei Menschen an einem neuartigen Coronavirus erkrankt. Er gehört zur der Virengruppe, die auch die schwere Lungenkrankheit Sars (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) auslöst - Es handelt sich dabei aber um eine neue Form.

Quelle / Volltext FR 



Vom Affen zum Menschen
Krankheitserreger vom Typ der Adenoviren können vom Tier auf den Menschen wechseln. Bisher glaubten Wissenschaftler sie seien artgebunden.

Krankheitserreger vom Typ der Adenoviren können vom Tier auf den Menschen wechseln. Erstmals dokumentieren Mediziner der University of California in San Francisco einen solchen Fall im Online-Journal «PLoS Pathogens».


Demnach infizierte sich vor zwei Jahren in einem US-Primatenzentrum eine Gruppe von Affen mit solchen Viren. Ein Forscher, der die Tiere pflegte, erkrankte ebenfalls und steckte offenbar wiederum ein Mitglied seiner Familie an.
HIV, Vogelgrippe oder EHEC - immer wieder überspringen Krankheitserreger aus dem Tierreich die Artengrenze und werden auch dem Menschen gefährlich. Allerdings galten Adenoviren bislang als Art-gebunden: Manche verursachen beim Menschen verschiedene Probleme, von Schnupfen über Durchfall bis hin zu Lungenentzündung. Andere machen bestimmten Tierarten zu schaffen. Aber noch nie wurde bekannt, dass solche Viren von einer Spezies auf eine andere wechseln.
Nun berichten Infektiologen erstmals von einem solchen Fall: Demnach erlitten im Jahr 2009 in einem kalifornischen Primatenzentrum 23 von insgesamt 65 Roten Springaffen (Callicebus cupreus) Entzündungen der Atemwege oder der Leber. Nur vier der infizierten Tiere überlebten. Als Ursache identifizierten die Mediziner aus San Francisco das bislang unbekannte Adenovirus TMAdV (titi monkey adenovirus).
Dieser Erreger kann auch Menschen befallen: Ein Mitarbeiter des Primatenzentrums, der viel Kontakt zu den erkrankten Affen hatte, bekam Fieber und Husten. Zudem steckte er offenbar ein Mitglied seiner Familie an.

Quelle / Volltext FR 

Montag, 24. September 2012

Legionellen-online: Das Virus, das man zu Recht "den Killer" nennt

Legionellen-online: Das Virus, das man zu Recht "den Killer" nennt: Kaum ein Erreger ist so tödlich wie das Ebola-Virus: Zurzeit wütet es in der Demokratischen Republik Kongo. Nur mit strikten Schutzmaßnahm...

Donnerstag, 20. September 2012

Montag, 17. September 2012

Agentur-E-Media -: Hantavirus

Agentur-E-Media -: Hantavirus: US-Park verschickt Warnungen an Besucher: Im Yosemite-Nationalpark grassiert ... Wer vor Kurzem den Yosemite-Nationalpark besucht hat und n...

Dienstag, 11. September 2012

Video zum Thema Amputation wegen MRSA

Bei Planet Wissen sehen Sie einen Video zum Thema Amputation wegen MRSA www.planet-wissen.de/natur_technik/mikroorganismen/bakterien/av_hygiene_mrsa.jsp Herr Rudloff moderiert im Gesundheits - Netzwerk das Thema MRSA: Hans-Werner Rudloff. Pfaffengasse 28 a, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Tel.: 03491 406285.

Montag, 10. September 2012

Das Evangelische Krankenhaus in Mülheim ist führend bei der Vorbeugung von gefährlichen Keimen.



Für seine Leistungen im Kampf gegen die sogenannten MRSA-Bakterien hat das Land NRW das Krankenhaus jetzt mit dem Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Das Evangelische Krankenhaus trägt mit seinem Projekt nachweislich zur Senkung der MRSA-Rate und damit zur Erhöhung der Sicherheit für seine Patienten bei, so die Begründung. Das Krankenhaus kam hinter einem deutsch-niederländischen Projekt auf den zweiten Platz. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Quell / Volltext Radiomülheim 

Konferenz in Leipzig


Universität Leipzig veranstaltet internationale Konferenz zu Antibiotikaforschung

Eine internationale Konferenz zur Antibiotikaforschung führt am 30. und 31. August 23 Experten aus neun Ländern in Leipzig zusammen: Während des "International Meetings on Antimicrobial Peptides" (IMAP) präsentieren sie ihre neuesten Forschungsergebnisse einem Fachpublikum von mehr als 100 Teilnehmern aus 12 Ländern.

Die am Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig von Prof. Ralf Hoffmann (Fakultät für Chemie und Mineralogie) organisierte Tagung IMAP 2012 hat drei Themenschwerpunkte: die aktuelle Verbreitung resistenter und multi-resistenter Erreger in Mitteleuropa, die Entwicklungen in der pharmazeutischen Industrie und das pharmazeutische Potenzial "antimikrobieller Peptide", die als vielversprechende neue Verbindungsklasse gelten und auch an der Universität Leipzig seit einigen Jahren einen Forschungsschwerpunkt darstellen.

Neben der Fachinformation soll die Konferenz insbesondere dem Meinungsaustausch zwischen akademischer und industrieller Forschung dienen und neue Kooperationen ermöglichen. Das Vortragsprogramm wird durch eine Posterausstellung abgerundet, auf der weitere interessante Ergebnisse präsentiert werden. Eröffnet wird die zweitägige Konferenz vom Prorektor für Forschung und Nachwuchsförderung der Universität Leipzig, Prof. Dr. Matthias Schwarz, am Donnerstag um 13:15 Uhr im Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum, Deutscher Platz 5.

Mit der Entdeckung des Penicillins in Schimmelpilzen durch Alexander Flemming im September 1928 und der Behandlung des ersten Patienten im Jahr 1941 begann der Siegeszug der Antibiotika. In den folgenden Jahrzehnten wurden weitere gegen Bakterien wirksame Wirkstoffe entdeckt und bis zur Anwendung am Menschen weiter entwickelt. In diesem "goldenen Zeitalter der Antibiotika" verloren bakterielle Infektionskrankheiten zumindest in der westlichen Welt ihren Schrecken. 1967 erklärte der Direktor des öffentlichen Gesundheitsdienstes der USA "It is time to close the book on infectious disease".

In der Folgezeit wurden die Forschungsanstrengungen auf diesem Gebiet deutlich reduziert, was sich aus heutiger Perspektive als verhängnisvoller Fehler herausstellte. Immer mehr Bakterien entwickelten Resistenzen gegen verschiedene Antibiotika. Konnte man zunächst noch auf andere Antibiotika ausweichen, stehen wir heute vor der Problematik, dass viele Bakterien gegen mehrere Antibiotika
(Multiresistenz) und vereinzelt sogar gegen alle zugelassenen Antibiotika resistent sind (Panresistenz).

Diese gefährlichen Keime breiten sich zunehmend in Krankenhäusern und Pflegestationen, zuletzt aber auch in der allgemeinen Bevölkerung aus. In der jüngeren Vergangenheit wurde daher die Antibiotikaforschung wieder intensiviert und nach neuen Verbindungen gesucht, die neuartige Therapieansätze eröffnen könnten. 

Die IMAP 2012 wurde durch eine Förderung der VolkswagenStiftung und weitere Sponsoren ermöglicht und wird vom Profilbildenden Forschungsbereich 3 finanziell unterstützt. 

Weitere Informationen zu der Konferenz sind zu finden unter:

www.uni-leipzig.de/~bioanaly/IMAP2012/IMAP2012_sc-prog.html

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Weitere Informationen:
Prof. Dr. Ralf Hoffmann
Institut für Bioanalytische Chemie, Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum
Telefon: +49 341 97-31331
E-Mail: ralf.hoffmann@bbz.uni-leipzig.de

Quelle: idw

Dem Tripper wehrlos ausgeliefert


Tripper, das klingt nach Kavalierskrankheit. Lästig, ein bisschen peinlich, aber harmlos. Schließlich gibt es Antibiotika, die die Erreger zuverlässig töten. Doch wer so denkt, der irrt. Seit kurzem warnt die WHO, dass sich die Gonorrhoe, wie die Krankheit korrekterweise heißt, schon bald in ein unheilbares Leiden verwandeln könne. Denn die Gonorrhoe scheint wieder auf dem Vormarsch zu sein.
Nach Angaben der WHO stecken sich jedes Jahr weltweit gut hundert Millionen Menschen beim Geschlechtsverkehr mit Gonokokken an. „Für viele Patienten könnte es in absehbarer Zeit keine Heilung mehr geben“, befürchtet die WHO-Expertin Manjula Lusti-Narasimhan. Zahlreiche Erreger seien inzwischen selbst gegen moderne Breitband-Antibiotika, die Cephalosporine, resistent. Ältere Antibiotika wie Penicilline oder Tetracycline können gegen die Erreger schon lange nichts mehr ausrichten. Auch neuere Mittel wie Chinolone und Makrolide haben an Wirkung eingebüßt.
Infektion in der Sauna
Inzwischen gibt es aus Australien, Frankreich, Japan, Norwegen und Schweden alarmierende Berichte über Erreger, denen selbst Cephalosporine der dritten Generation nichts mehr anhaben können. In Österreich wurde der Fall eines Patienten publik, bei dem die Arzneien versagten. Der Mann hatte sich in einer Münchner Schwulen-Sauna angesteckt.
Unbehandelt breitet sich die Entzündung aus – bei Frauen auf Gebärmutter, Eileiter und Bauchfell, bei Männern von der Harnröhre auf Nebenhoden und Prostata. Frauen wie Männern droht Unfruchtbarkeit. Die Keime können sogar eine Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung hervorrufen, mitunter mit tödlichem Ausgang.
Sogar Küssen kann riskant sein
Die Gonorrhoe, meist Tripper genannt, zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Auslöser sind Bakterien der Art Neisseria gonorrhoeae. Sie befallen vor allem die Schleimhäute der Geschlechtsorgane und der Harnwege, mitunter auch Darm, Rachen und Augenbindehaut. Die Erreger werden meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.
Schon beim Küssen ist eine Ansteckung möglich, wenn die Rachenschleimhaut befallen ist.
Bei Männern tauchen die ersten Symptome wenige Tage nach der Infektion auf. Charakteristisch sind ein eitriger Ausfluss aus der Harnröhre am Morgen sowie Schmerzen beim Wasserlassen. Eine Infektion im Rachen führt allenfalls zu leichten Halsschmerzen.
Bei Frauen stellen sich die Symptome später ein und sind in der ersten Zeit kaum oder nur milde ausgeprägt. Typisch sind eitriger Ausfluss, häufiger Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen.
Wer eine Infektionvermutet, sollte möglichst rasch einen Arzt aufsuchen. Auch einige Gesundheitsämter bieten anonyme und vielfach kostenlose Tests an.
„Bislang haben wir es noch immer geschafft, eine Gonokokken-Infektion zu heilen“, beruhigt Norbert Brockmeyer, der Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG). Die Abkürzung STI steht für den englischen Begriff sexually transmitted infections, auf Deutsch sexuell übertragbare Erkrankungen.
Um Infektionen mit resistenten Erregern zu bekämpfen, sind jedoch scharfe Waffen vonnöten: „In den meisten Fällen muss eine Kombination mehrerer Antibiotika in hoher Dosierung verabreicht werden“, sagt Brockmeyer. Die Berichte von resistenten Bakterien sieht er als eine Aufforderung zum Handeln an. „Solange wir keine neuen Medikamente haben, müssen wir unsere jetzige Therapie überdenken“, sagt er. Die DSTIG erarbeite derzeit neue Leitlinien, nach denen die Ärzte eine Gonorrhoe behandeln sollen. „Künftig werden wir immer eine Therapie mit zwei Wirkstoffen und in höherer Dosierung als bisher verordnen“, sagt Brockmeyer.
So neu die Besorgnis der STI-Experten ist, so alt sind die Ursachen für die zunehmende Resistenz. „Die Gründe sind immer die gleichen“, klagt Susanne Buder vom Konsiliarlaboratorium für Gonokokken, das am Berliner Vivantes Klinikum Neukölln angesiedelt ist.
„Vor allem in Ländern, in denen Antibiotika frei verkäuflich sind, zum Beispiel in Südostasien, werden die Medikamente oft zu kurz oder in zu geringer Dosis eingenommen.“ Hinzu komme, dass in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern Antibiotika nicht in ausreichender Menge oder Qualität vorhanden seien.
Erreger sind wandelbar
Bakterien, die aufgrund ihrer genetischen Ausstattung weniger empfindlich auf ein Medikament reagieren, können sich ungehindert vermehren. „Wir wissen inzwischen, dass etwa alle zehn Jahre neue Antibiotika nötig sind, da die alten dann an Wirkung verloren haben“, sagt Susanne Buder.
Doch selbst die modernsten Tripper-Medikamente sind schon seit dem vorigen Jahrtausend auf dem Markt. Und rasche Hilfe ist nicht in Sicht. Zwar werden derzeit einige neue Antibiotika getestet, die womöglich auch gegen Gonokokken helfen. „Mir ist aber keine einzige Studie bekannt, in der eine neue Arznei explizit auf ihre Wirkung gegen die Gonorrhoe getestet würde“, sagt Brockmeyer. Auch Buder glaubt, dass noch mindestens fünf bis zehn Jahre vergehen werden, bis neue Tripper-Medikamente auf den Markt kommen.
Noch trüber sind die Aussichten auf einen Impfstoff. Zwar gibt es weltweit ein paar Dutzend Forscher, die eine Vakzine gegen die Gonorrhoe zu entwickeln versuchen. Bislang ist aber noch kein einziger Ansatz über das Tierversuchsstadium hinausgekommen – zu trickreich, zu wandelbar sind die Erreger.
Noch bis vor kurzem ging man davon aus, dass die Infektion mit Medikamenten leicht in den Griff zu bekommen ist, die Erkrankungszahlen waren rückläufig. Man fühlte sich auf der sicheren Seite. Und zwar so sehr, dass das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Jahr 2001 die Meldepflicht für Gonokokken abschaffte, HIV und Syphilis blieben meldepflichtig.

Mittlerweile denkt man beim BGM darüber nach, den Schritt rückgängig zu machen. „Wir brauchen dringend bundesweite Daten zu Infektionszahlen und Resistenzen“, sagt Viviane Bremer von der Abteilung für Infektionsepidemiologie des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI), das dem Ministerium unterstellt ist. „In ganz Europa gibt es, was die Erkrankungszahlen angeht, seit ein paar Jahren einen leichten Aufwärtstrend“, sagt sie. In den meisten Ländern Europas gibt es eine Meldepflicht für Gonokokken. „Hierzulande wissen wir hingegen nicht so recht, was los ist“, beklagt Bremer.
Anonyme Meldepflicht
Daten aus Sachsen, wo die Labore Gonokokken-Infektionen melden, lassen zumindest vermuten, dass die Infektionswelle auch Deutschland nicht verschont hat: Wurden in dem Bundesland im Jahr 2003 noch 6,8 Infektionen pro 100.000 Einwohner registriert, waren es 2010 bereits 14,3. „Der Anstieg könnte zwar zum Teil daran liegen, dass heutzutage mehr getestet wird und bessere Tests verfügbar sind“, sagt Bremer. Aber eben nur zum Teil.
„Wir beobachten in letzter Zeit einen deutlichen Anstieg bei Männern, die Sex mit Männern haben“, sagt Norbert Brockmeyer. „Und wir wissen, dass fast zwanzig Prozent von ihnen keine Prävention betreiben.“ Zudem gebe es seit einiger Zeit einen Trend zu vermehrtem Oralverkehr – vielleicht weil dabei das Risiko gering ist, sich mit HIV zu infizieren. Eine Gonorrhoe kann man sich auf diesem Wege aber sehr wohl holen.
„Eine Meldepflicht würde auch dabei helfen, mehr über die Ursachen für die steigenden Erkrankungszahlen herauszufinden“, sagt Brockmeyer. So könne eine regionale Häufung darauf hindeuten, dass die Ansteckung vor allem in einem bestimmten Club erfolge: „Es wäre so möglich, die Menschen dort ganz gezielt anzusprechen und sie zur Therapie oder dem Gebrauch von Kondomen zu bewegen.“
Viviane Bremer und ihre Kollegen am RKI arbeiten derzeit eine Stellungnahme aus, die sie dem BMG in Kürze vorlegen werden. Die konkrete Umsetzung der Empfehlung obliegt dem Ministerium. Als wahrscheinlich gilt eine anonyme Meldepflicht über die Labore.
Und noch eine zweite Neuerung will das RKI vorschlagen: So sollen die Kassen künftig verpflichtet werden, Tests auf eine mögliche Infektion auch dann zu bezahlen, wenn keine Symptome vorliegen. Denn vielfach kann die Krankheit nur so frühzeitig erkannt und behandelt werden. „Sich vor einer Gonorrhoe zu schützen, ist nicht so schwer“, sagt Viviane Bremer. Am sichersten ist zwar noch immer die Monogamie. Doch auch wer seine Partner häufig wechselt, kann das Risiko mit Kondomen und regelmäßigen Tests zumindest minimieren.


Quelle / Volltext http://www.fr-online.de


Ein wichtiger Durchbruch im Kampf gegen Killerkeime


Es ist unklar, ob alle Patienten für die Kur infrage kommen

Aufschub durch lange Testreihen


Mittwoch, 5. September 2012

MRSA erobern Wellnessbereich


Multiresistente Keime

MRSA erobern Wellnessbereich

Selbst in Wellnessbereichen oder im Tierbestand wird der MRSA-Keim nachgewiesen. Hygieniker Jörg Herrmann sieht dringend Handlungsbedarf. Er rechnet mit einer Milliarde Euro allein für die Versorgung von MRSA-Patienten in Krankenhäusern.
OLDENBURG (cben). "In Deutschland ist jeder fünfte MRSA-Keim, der nachgewiesen wurde, resistent." Das hat der Hygieniker Dr. Jörg Herrmann vom Klinikum Oldenburg in einem Vortrag über MRSA-Keime gesagt. Im Jahr 1976 seien es nur 1,4 Prozent gewesen, erläuterte er auf der dritten Regionalkonferenz des Netzwerks Gesundheitswirtschaft Nordwest in Oldenburg.

Quelle / Volltext  Ärztezeitung

Dienstag, 4. September 2012

Paralympics 2012 in London

Beinamputation nach Infektion 


"Ich hatte eine Infektion im Unterschenkel, schon seit langem. Sie sollte verschlossen werden. Daraus hat sich eine Sepsis entwickelt", sagt Ilke Wyludda zum tragischen Verlauf. "50 Prozent aller Betroffenen überleben eine solche Infektion nicht", sagt Ilke Wyludda, die sich gemeinsam mit ihrem Arzt Prof. Andreas Tiemann zur Amputation entschied.

Quelle / Volltext RP-Online



Ilke Wyludda verlor Unterschenkel

Schwerer Schicksalsschlag für Ilke Wyludda. Der 41 Jahre alten Diskus-Olympiasiegerin von 1996 in Atlanta (USA) wurde, wie erst jetzt bekannt wurde, am 9. Dezember der rechte Unterschenkel amputiert. Dies berichtete die Bild-Zeitung am Samstag. 

Anfang Dezember war es bei einem operativen Eingriff in einem Krankenhaus in Halle an der Saale zu Komplikationen gekommen. Dabei breitete sich eine Bakterieninfektion aus und sorgte für eine Blutvergiftung. „Diese Sepsis hätte tödlich enden können. 50 Prozent aller Betroffenen überleben eine solche Infektion nicht“, sagte Ilke Wyludda, die angehende Ärztin der Intensiv- und Notfallmedizin ist.

Quelle / Volltext Leichtathletik 



BG Kliniktour 2012: Diskuswerferin Ilke Wyludda als Verstärkung dabei


Bereits 15 Paralympische Spitzensportler unterstützen die BG Kliniktour 2012, um für eine erfolgreiche medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation durch Sport zu werben.



Sonntag, 11. März 2012

Donnerstag, 8. März 2012

Wenn das Krankenhaus krank macht

Die Aera der Killerkeime

Eigentlich wollte er gerade zu einer steilen Schauspielerkarriere durchstarten. Doch dann kam der Motorradunfall, und das Leiden begann für den damals 24-jährigen Guillaume Depardieu. Der Sohn von Gérard Depardieu musste sich einer Knieoperation unterziehen und infizierte sich unheilbar mit dem gefürchteten Krankenhauskeim MRSA (methicillinresistenter oder auch multiresistenter Staphylococcus aureus), dem mit gängigen Antibiotika kaum noch beizukommen ist.
Acht Jahre und 17 Operationen später entschied er sich, seinen unerträglichen Schmerzen ein Ende zu bereiten und ließ sich das Bein amputieren. Gesund war er deswegen noch lange nicht: Im Oktober 2008 verstarb Depardieu an den Folgen einer Lungenentzündung – auch diese war letztlich auf den Keim zurückzuführen.

Quelle / Volltext: www.stefanie-reinberger.de

Mittwoch, 7. März 2012

Aktuell: Keime in Herne / Recklinghausen

iphone 4S Gewinnspiel
Von einem Patienten wurde uns der folgende aktuelle Fall geschildert:

Im Rahmen einer Schmerztherapie wurde der männliche Patient im St.Anna Krankenhaus in Recklinghausen behandelt, er erhielt eine Injektion ien LWS-Bereich.

Einige Tage nach seiner Entlassung verspürte dieser Patient Schmerzen im rechten Oberschenkel und suchte deshalb seinen Hausarzt auf, der ihn sofort in die nächste Klinik einwies.

In der Klinik in Recklinghausen wurde noch am Abend eine OP durchgeführt, der Oberschenkel wurde geöffnet, es wurde eine Drainage gelegt und mittels einer Vakuumpumpe wurde die aufgestaute Flüssigkeit aus der Wunde abgesaugt.

Alle drei Tage erfolgte unter Vollnarkose eine Nachschau, jedesmal wurden Abstriche / Laboruntersuchungen gemacht.

Die Wundheilung erfolgte nur ganz langsam, aber sie erfolgte !

In der dritten Woche wurde erneut eine Laboruntersuchung durchgeführt, diesmal mit dem Ergebnis: Keime !!!

Der zweite in dem Krankenzimmer liegende Patient wurde sofort verlegt, es wurden für das Personal besondere Hygienemassnahmen angeordnet.

Besucher dürfen diesen Patienten im Moment nur noch mit angelegter Schutzkleidung besuchen.

Nach 35 Tagen Krankenhausaufenthalt konnte die Wunde im rechten Oberschenkel endlich geschlossen werden, der Keim war offenbar besiegt.

Nach 37 Tagen Krankenahsuaufenthalt verspürte der Patient Spannungsgefühle / Schmerzen im linken Unterschenkel.

Die Ärzte teilten ihm mit, dass man jetzt einen neuen Keim, einen Hautkeim, festgestellt hätte.

Heute ist der siebenundvierzigste Tag, in 2 Tagen soll der Patient entlassen werden. Die letzten Abstriche kamen als negativ aus dem labor zurück, laut der Oberärztin sieht die Wundheilung am Oberschenkel auch gut aus, man könne jedoch nicht ausschliessen, daß noch Keime im Oberschenkel verblieben sind. iphone 4S Gewinnspiel
Fortsetzung folgt.

Dienstag, 6. März 2012

Keime im Trinkwasser ?


Unser Trinkwasser ist von allerhöchster Qualität - so sind in der Regel die Aussagen der regionalen Wasserwerke.

Die Gefahr droht aber von Coliforme Keimen, von Mikroorganismen wie Enterobacteriaceae, Yersinien, Salmonellen, Legionellen, Clostridium perfringens (einschließlich Sporen) Pseudomonas aeruginosa, Enterokokken (Fäkalstreptokokken), Escherichia coli (E.coli),

Die Wahrheit ist daher jedoch, dass die installierten Filteranlagen technisch gar nicht darauf eingerichtet sind, Viren und Keime herauszufiltern. Und was durch Filter nicht gefiltert wird ist demnach auch nicht vorhanden.

Die Wahrheit ist jedoch, dass Tag für Tag ungeheure Mengen von menschlichen Exkrementen wie auch von nicht benutzten Arzneimitteln durch die Toiletten entsorgt werden, dass die Landwirtschaft die mit multiresistenten Keimen verseuchte Gülle auf die Felder ausbringt, von wo aus die Keime ins Grundwasser und über den Weg der Trinkwassergewinnung in unserem Trinkwasser landen.

Da sehr viele Menschen resistente Keime in sich tragen, ohne akut daran zu erkranken, kommen auch über den Weg der Ausscheidung diese Keime in den Wasserkreislauf.

Die führenden Biochemiker warnen seit langem davor - aber laut den verantwortlichen der Wasserversorger ist unser Trinkwasser ja von höchster Qualität !!!

In zahlreichen Untersuchungen wurde auf die Gefährlichkeit des verkeimten Trinkwassers hingewiesen, sehen sie hier dazu die Berichterstattung der Sender:

www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517006?s=Keime+

MRSA die unsichtbare Gefahr

Mikroorganismen im Trinkwasser

Montag, 23. Januar 2012

Forum

Ein interessantes Forum finden Sie hier

Wikipedia

eblinks
Commons: Staphylococcus aureus – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien


Antibiotikaresistenznetzwerk Südwest
MRSA net, Seite mit zwei Bereichen für Öffentlichkeit und Fachpersonal
MRSA Netzwerk Ostwestfalen – Lippe, Seite mit Bereichen für Fragen von Angehörigen und Betroffenen
Infoseite der Uni Köln zu MRSA
Der wichtigste Erreger im Zusammenhang mit der chronischen/rezidivierenden Furunkulose
MRSA: Neuer Problemkeim www.sueddeutsche.de, vom 17. Januar 2008
SARI Antibiotika-Anwendung und Resistenzentwicklung auf deutschen Intensivstationen
New Strategy Cracks Staph Bacterium's "Golden Armor," Making It Vulnerable To Treatment
www.badische-zeitung.de, Ratgeber Gesundheit und Ernaehrung, 6. September 2010, Michael Brendler: Problemkeime im Krankenhaus mit Übersicht zu Fallzahlen in Südwest-Baden-Württemberg im Jahr 2010
Staphylococcus aureus – Krankenhauskeim mag menschliches Blut, bei Spiegel.de
Telepolis 16. April 2011: USA: Fleisch und Geflügel in hohem Maß mit multiresistenten Bakterien kontaminiert

MRSA Keime bei Nutztieren in der Schweiz

MRSA Keime bei Nutztieren in der Schweiz

MRSA ist eine von mehreren möglichen Infektionen, die durch antibiotika-resistente Bakterien verursacht werden. Aus dieser Resistenz resultieren die schlechte Behandlungsmöglichkeit, eine hohe Morbilität (Erkrankungsziffer) und Mortalität (Todesfallrate). Im Volksmund spricht man von "Superkeimen" oder auch "Krankenhauskeimen". Die Aussagen für MRSA treffen in weiten Teilen auch für andere resistente Bakterienstämme ESBL, VRE, MRSE, Acinetobacter, Clostridium difficile, Pseudomonas besonders jedoch auf ORSA / VRSA und LRSA (MRSA mit Linezolid-Resistenz) zu. Lange Zeit war MRSA der häufigste Krankenhauskeim. Inzwischen haben ESBL und VRE bei rasanter Ausbreitung fast das gleiche Ausmaß erreicht. Im Berliner Raum lagen ab 2009 die ESBL-Fallzahlen schon über MRSA. Man schätzt, dass etwa 80% aller nosokomialen Infektionen durch Bakterien hervorgerufen werden. Pilze (vorwiegend Candida und Aspergillus) verusachen etwa 12% und Viren (vorwiegend Noroviren, Rotaviren, Adenoviren sowie Hepatitis) etwa 8% der Erkrankungen.




Link

EBSL Keime

EBSL Wostehen wir heute ???
http://www.blogger.com/img/blank.gif

Seit Ende der 1990er Jahre treten, bedingt durch übermäßigen Einsatz von „Billig-Antibiotika“, im gramnegativen Bereich vermehrt Keime auf, die Beta-Laktamasen mit erweitertem Spektrum bilden. Die dadurch bedingte Resistenz stellt für Kliniker eine große therapeutische Herausforderung dar. Über den richtigen Umgang mit diesem Problem informiert Univ.-Prof. DDr. Wolfgang Graninger.

www.infektionsnetz.at

Weitere Informationen über Hygienerichtlinien der Abteilung für Krankenhaushygiene (Leitung: Univ.-Prof. Dr. W. Koller): http://

ESBL Keime

"Viele Infektionen wären vermeidbar"

Multiresistente Keime sind immer mehr ein Problem in deutschen Kliniken. In Bremen starben in den vergangenen Monaten drei Frühchen an einer ESBL (Extended Spectrum Beta-Laktamase)-Infektion. Neben einer besseren Hygiene-Politik brauchen wir vor allem neue Medikamente, sagt Hygiene-Experte Popp im tagesschau.de-Interview.


Interview zu EBSL Keimen

Samstag, 21. Januar 2012

Spendeneingang

Wir bedanken uns bei Frau Helene Wirt für die Spende von 30 EURO.

Der Betrag wird für den Ausbau dieses Informationssystems verwendet werden.

Wenn auch Sie unsere Arbeit unterstützen und einen Betrag spenden möchten so nutzen sie bitte die ausgewiesene Bankverbindung.

Ziesch

Landwirte sind oft Überträger

Multiresistente Keime - Problemfall Massentierhaltung

Eine Untersuchung an über 40 Krankenhäusern in Niedersachsen hat ergeben, dass viele Landwirte multiresistente Keime in sich tragen. Diese Keime entstehen durch Massentierhaltung und die damit verbundene hohe Antibiotikagabe. Probleme können dann entstehen, wenn multiresistente Keime mit Krankenhauskeimen zusammenkommen und mutieren.

Quelle / Volltext / Video Radio Bremen

Wie kommt der Keim aufs Hähnchen?

Die Bakterien-Bomben aus dem Supermarkt: Bei einem Test des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wurden auf jedem zweiten Hähnchen aus Supermärkten und Discountern antibiotikaresistente Keime gefunden.

Auf 10 von 20 in Berlin, Hamburg, Köln, Nürnberg und in der Region um Stuttgart gekauften Fleischproben wurden sogenannte ESBL-Keime gefunden worden. Zwei Proben waren mit MRSA-Keimen belastet, teilte der BUND mit.

Wie kommt der Keim aufs Hähnchen?

Quelle / Volltext: Bild

http://www.sueddeutsche.de/wissen/massentierhaltung-haehnchenfleisch-mit-resistenten-keimen-verseucht-1.1253338

http://blogs.scientificamerican.com/observations/2010/03/22/french-hospitals-make-progress-in-battle-against-mrsa-through-large-scale-prevention-and-monitoring/

Mittwoch, 17. August 2011

Ohne Gegenwehr


Tückischer Feind. Jedes Jahr infizieren sich 600 000 Menschen in Deutschland mit dem MRSA-Erreger. Der ist resistent gegen Antibiotika und verbreitet sich vor allem in Kliniken.
Tückischer Feind. Jedes Jahr infizieren sich 600 000 Menschen in Deutschland mit dem MRSA-Erreger. Der ist resistent gegen Antibiotika und verbreitet sich vor allem in Kliniken....

Ihr Mann lag 200 Tage lang auf der Intensivstation, künstlich beatmet, künstlich ernährt und seine Lunge voller Wasser. „Der Keim hat ihn umgebracht“, sagt Ingeborg Henz und meint einen Erreger namens MRSA. Er gilt als Krankenhauskeim und tötet jedes Jahr tausende Patienten

Vor einer Woche hat sie ihr Tagebuch verbrannt – ganz hinten im Garten, in einer Abfallgrube. „Es tat gut loszulassen“, sagt Ingeborg Henz, 70, eine zarte Frau, die viel schmaler ist als die schlanke Zeder hinter ihr. Die Asche hat der Wind längst weggetragen. Sie blickt auf den schwarzen Fleck, der übrig geblieben ist. „Ich will noch einmal neu anfangen“, hofft die Witwe, „mein Mann hätte das auch so gewollt.“

Papier lässt sich verbrennen, Erinnerungen nicht. Das weiß die Rentnerin. Trotzdem versucht sie, die Bilder und Ängste auf ihre Weise loszuwerden. 200 Tage lang lag ihr Mann in der Nähe von Duisburg auf einer Intensivstation, künstlich beatmet, künstlich ernährt, seine Lunge voller Wasser.

In ihrem Tagebuch hat sie die Monate der Verzweiflung protokolliert. „Er ist regelrecht verfault“, erzählt Ingeborg Henz, und ihre stahlblauen Augen blitzen metallisch auf. „Der Keim hat ihn umgebracht.“

Sie nennt ihn immer nur „den Keim“ und ärgert sich darüber, wie wenig über seine Gefährlichkeit aufgeklärt wird. Die Ärzte nennen ihn methicillin-resistenten Staphylococcus aureus oder kurz: MRSA, ein aggressiver Ableger eines an sich harmlosen Erregers, den viele auf der Haut oder den Schleimhäuten tragen. Für Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder solche, die frisch operiert wurden, kann der Parasit lebensbedrohlich werden. Denn gängige Antibiotika, früher die beste Waffe gegen Krankenhauskeime aller Art, können ihm nichts mehr anhaben. Zu verschwenderisch ist der Umgang mit Antibiotika in Arztpraxen, die Erreger haben sich angepasst und aufgerüstet. In Kliniken, in denen Hygienemanagement ein Fremdwort ist und beim Putzen nicht so genau hingeschaut wird, fühlen sich die gefährlichen Keime besonders wohl. Häuser mit Bakteriennestern gibt es quer durch die Republik. Jährlich infizieren sich in Deutschland mindestens 600 000 Menschen mit Krankenhauskeimen, geschätzte 15000 sterben an bakteriellen Infektionen, etwa zehn Prozent davon durch MRSA. Und auch Kliniken machen ihre Patienten immer wieder krank, bei denen es vorher keinerlei Beanstandungen gab.

Mit ihrem Frust über die tödliche Schlamperei ist Ingeborg Henz nicht allein. Sie hat in der Zeitung gelesen, dass sich einige Leidensgenossen verbündet haben. Alle ein, zwei Monate kommen in Duisburg ein knappes Dutzend Hinterbliebene zusammen, die um ihre Liebsten trauern, weil der Erreger stärker war als die Medizin. Es ist die einzige MRSA-Selbsthilfegruppe der Republik, sie trifft sich in einem funktionalen Besprechungszimmer im Erdgeschoss eines Duisburger Altenheims. Gleich am Eingang steht ein Spender mit Desinfektionslösung, er wird oft benutzt an diesem Montagnachmittag.

Zwischen Yuccapalme, Flipchart und Aquarellen treffen sich hier Menschen, die eint, dass etwas sehr Beiläufiges den Tod in ihr Leben getragen hat. Zuerst haben sie nicht verstanden, warum. Schicksale werden aufgerollt. Sie machen das Versagen des Gesundheitssystems erschreckend plastisch.

Ganz in sich gekehrt sitzt da unter den anderen ein älterer Herr, dessen Frau an der Wirbelsäule operiert wurde. Der Eingriff war Routine, was danach kam die Hölle. Die Wunde wollte zu Hause nicht heilen, der Eiter fraß sich fest, und die Schmerzen hörten nicht mehr auf. Mit dem Notarzt kam die Rentnerin in ein anderes Krankenhaus, wo plötzlich ein Schild an der Tür hing: „MRSA-Patientin“. Ihr Zustand verschlechterte sich weiter, es versagten die Nieren, die Leber, und schließlich gab auch das Herz auf. „Sie hat sich den Keim vermutlich bei der Rücken-OP eingefangen“, mutmaßt der Witwer, „zwei Zimmer weiter lag eine Infizierte.“ Was den 72-Jährigen am meisten ärgert: „Bis heute wird verschwiegen, woran meine Frau verstorben ist.“

Bärbel Bas senkt den Altersdurchschnitt der Runde an diesem Nachmittag. Die SPD-Bundestagsabgeordnete ist in Sachen Krankenhauskeime ausgesprochen kompetent. Die 43-Jährige wird herzlich begrüßt, ihr wird gedankt, weil sie vor kurzem im Bundestag eine Brandrede für mehr Infektionsschutz im Krankenhaus gehalten hat. Ein letzter Versuch zu retten, was nicht mehr zu retten war. Die Regierung hat ein Gesetz beschlossen, das Anfang August in Kraft trat und nun von den Ländern in Verordnungen gegossen werden soll. Es verpflichtet Krankenhäuser, Hygienestandards einzuhalten, wie sie das Robert-Koch-Institut formuliert hat. Dazu gehört auch mehr Fachpersonal für Hygiene und Prävention in Kliniken.

Aber Bas meint: „Der Regierung hat der Mut gefehlt.“ Die Enttäuschung über das ihrer Ansicht nach viel zu lasche Gesetz ist der Frau im grauen Hosenanzug deutlich anzumerken. Sie spricht davon, dass es Jahre dauere, bis die Maßnahmen greifen. „Wir wollten verpflichtend Screenings bei der Aufnahme im Krankenhaus.“ Jeder neue Patient müsste auf MRSA getestet werden. Eine Forderung, die alle im Raum sofort unterschreiben würden. „Lasst uns auf die Straße gehen“, ruft eine der Rentnerinnen dazwischen. Andere nicken. „Alle reden über den Scheißgurkensalat, jedes Kind weiß über Ehec Bescheid, MRSA kennt kaum jemand“, mokiert sich einer, der die Attacke des Bazillus fast nicht überlebt hätte. „Ich war in sieben Kliniken, eine miserabler als die andere.“

Die Bitte aus der Ecke hinten links, nicht alle gleichzeitig zu reden, ist längst verhallt. Die Raumtemperatur nimmt zu, die Entrüstung Einzelner ebenso. „Daran müsste mal Frau Merkel erkranken, dann würde gehandelt werden“, raunzt ein älterer Herr. Vielleicht denkt man so, wenn nicht verwunden werden kann, dass der plötzliche Verlust des geliebten Menschen vermeidbar gewesen wäre. „Ich kenne nur wenige Kliniken, wo vor jedem Zimmer ein Desinfektionsmittelspender hängt“, ergänzt der Betreiber eines privaten Rettungsdienstes in Duisburg, der zu Gast ist in der Runde. Regelmäßig würden zwei Stationen in der Stadt geschlossen, fährt er fort, weil sich die Patienten reihum infizierten. Die Namen der Häuser behält er für sich.

Dabei ist es von hier aus gar nicht so weit, um auf garantiert MRSA-freien Boden zu gelangen. Eine gute Zugstunde entfernt, im Universitätsklinikum Münster, wird gemacht, was in ganz Deutschland gemacht werden sollte: Krankenhauskeime jagen. Das Kommando hat Frank Kipp, leitender Krankenhaushygieniker, der kräftig fremde Hände drückt, aber penibel darauf achtet, seine zu desinfizieren, bevor er zu einem Patienten geht. „Unser Ziel ist Prävention“, sagt der Mikrobiologe. In Münster werde jeder Patient gescreent, sagt er, und stolz schwingt in seinen Sätzen mit: Besser geht es nicht.

In der chirurgischen Unfallklinik auf der anderen Straßenseite führt ein Pfleger vor, wie simpel die Prozedur ist. „Nicht erschrecken“, warnt er und fährt mit Wattestäbchen einmal in die Nase, einmal in den Rachen. Wer MRSA-positiv ist, wird gut eine Woche lang isoliert.

So ist es der 46-jährigen Patientin ergangen, die nachts mit einem Bruch an der Wirbelsäule eingeliefert wurde. Die Nasensalbe, die eines der letzten Antibiotika enthält, das gegen MRSA wirkt, findet sie „eklig“. Den Rest, Gurgellösung und gründlich Waschen mit desinfizierender Seife, absolut erträglich. Etwas apathisch liegt die Patientin in ihrem Einzelzimmer – sie soll ferngehalten werden von der Welt und die Welt von ihr. Denn jeder, der sie besucht, muss sich vermummen. Mundschutz, Haube über die Haare, grüner Papierkittel sind Pflicht. „Das frisst Zeit“, sagt die Krankenschwester und versucht, das Rein und Raus aufs Nötigste zu reduzieren. Und was für Kliniken ebenfalls ein Kriterium ist: Die Quarantäne ist teuer, das zweite Bett im Zimmer kann nicht belegt werden.

Da fragen sich viele, ob der Aufwand berechtigt ist. Die Routineuntersuchung sei nicht immer leicht zu kommunizieren, räumt Kipp ein. „Die Patienten kommen wegen einer Hüftoperation und erfahren, dass sie einen Erreger in der Nase haben, der behandelt werden muss.“ Sie spürten nichts von dem Keim, nun haben sie plötzlich ein weiteres Problem.

Doch der Aufwand lohne sich, sagt der Arzt, rein rechnerisch, wenn man die möglichen Folgekosten bedenkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Keime heftig zuschlagen, ist hoch. Eine US-amerikanische Studie mit 209 frisch MRSA-Infizierten hat dokumentiert, dass mehr als ein Viertel der Patienten innerhalb von 18 Monaten an einer Blutvergiftung erkrankt. Die Zahl derer, die eine Lungenentzündung bekamen, liegt bei 56 Prozent. Meist wissen Ärzte zunächst nicht, welches Gegenmittel sie auf den Erreger ansetzen sollen, dann ist es auch für das richtige zu spät.

Abgeschaut hat sich die Uniklinik Münster ihr Hygienekonzept vom Nachbarland Holland, wo es die Keime ausgesprochen schwer haben zu überleben. Mit ihrer Nulltoleranzpolitik haben die Niederländer es geschafft, ihre MRSA-Rate extrem niedrig zu halten: unter drei Prozent. In Deutschland dagegen beträgt der Anteil von antibiotikaresistenten Staphylokokken-Stämmen rund 25 Prozent. Das heißt, jede vierte Infektion ist nicht oder kaum noch behandelbar.

Um die Verbreitung einzudämmen, ist 2009 ein groß angelegtes EU-Modellprojekt begonnen worden. Für Ingeborg Henz und ihren verstorbenen Mann kommen solche Kooperationen zu spät. „Warum wird der Tod so vieler Menschen billigend in Kauf genommen“, will sie wissen und hat sich dennoch dagegen entschieden, die Ärzte zu verklagen. „Zu nervenaufreibend, das zieht sich Jahre hin“, sagt sie. Und es bringe Horst, die große Liebe ihres Lebens, auch nicht mehr zurück. Sein Wollhut liegt noch auf der Garderobe im Duisburger Reihenhaus, sein Spazierstock aus Wurzelholz lehnt an der Tür zum Garten.

Samstag, 30. Juli 2011

Ausland

Niederlande - Deutschland

Das Projekt
Das EUREGIO -Projekt ist die Schaffung eines grenzübergreifenden Netzwerks in der Region Münsterland/Twente.

Auf deutscher Seite soll die MRSA-Rate erfasst und auf niederländisches Niveau gesenkt werden, auf niederländischer Seite der Zufluss von MRSA aus Deutschland und die Ausbreitung von CA-MRSA kontrolliert werden. EUREGIO soll die Grundlage für einen grenzübergreifenden Qualitätsverbund bilden, der durch Senkung der MRSA-Rate die medizinische Versorgung deutlich verbessern kann. Durch diese Kooperation und den Informationsaustausch innerhalb der EUREGIO kann das Projekt dazu beitragen die Hürden für einen freien grenzüberschreitenden Verkehr von Patienten und Personal im Gesundheitswesen zu vermindern. Durch eine Senkung der MRSA-Rate würde die Gesundheitsversorgung verbessert und könnte mittelfristig zu einem wichtigen Standortvorteil führen.

Weitere Informationen hier:
www.mrsa-net.org

Absurd: Immer mehr Patienten werden im Krankenhaus krank.




MRSA - Die verschwiegene Seuche

Besonders fatal ist die Ansteckung mit MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus), einem gegen Antibiotika resistenten Erreger. Die Ursache: mangelde Sauberkeit in den Kliniken. Menschen, die sich mit MRSA schon bei medizinisch harmlosen Eingriffen infizieren, steht ein ungeheurer Leidensweg bevor.

Bei einem schwachen Immunsystem kommt es zu schweren Hautinfektionen, Muskelerkrankungen, lebensbedrohlichen Lungenentzündungen oder einer tödlichen Blutvergiftung. Einige Patienten verlieren Arme und Beine, weil sich die Infektion so rasant ausbreitet, dass nur noch eine Amputation ihr Leben retten kann. Der Arte-Themenabend Tatort Krankenhaus beleuchtet das Dilemma ausführlich in zwei Dokumentarfilmen – und offenbart erschreckende Zahlen und Schicksale.

Zu den prominenten Patienten zählt Gérard Depardieus Sohn Guillaume. 1995 während einer Knie-OP nach einem Motorradunfall drang der Krankenhauskeim in die Wunde ein. Heilung gab es nicht, weder durch 17 Operationen noch mittels Antibiotika. Acht Jahre später ließ sich die Nachwuchshoffnung des französischen Films das Bein amputieren. Doch vergebens: Während er sich bei Dreharbeiten in Rumänien aufhielt, erkrankte er an einer Lungenentzündung. Plötzlich ging alles ganz schnell. Am 13. Oktober 2008 starb Guillaume Depardieu im Alter von nur 37 Jahren.

Was ist sein Vermächtnis? Seine zornigen Auftritte im Fernsehen schärften das öffentliche Bewusstsein für die Gefahr der gegen Antibiotika resistenten Keime in Frankreich und sorgten für politischen Druck. Das französische Gesundheitsministerium, das zuvor nur ungern Zahlen zum Problem veröffentlichte, änderte 2003 seinen Kurs. Seither werden die Erkrankungen landesweit erfasst und publiziert. Und Patienten können nachlesen, wie aktiv ihr Krankenhaus im Kampf gegen die Killerkeime mitwirkt.

Die Reform zeigt heute Wirkung: Als einziges europäisches Land konnte Frankreich in den vergangenen fünf Jahren die Zahl infizierter Patienten reduzieren, während sich andernorts die Killerkeime weiterhin in den Krankenhäusern ausbreiten.

In Deutschland wird die Situation nach Ansicht von Experten unterschätzt: Jährlich infizieren sich 160.000 Patienten an deutschen Kliniken mit MRSA, 10.000 sterben daran pro Jahr. Zum Vergleich: Die Zahl der Aidstoten im vergangenen Jahr beläuft sich auf rund 550.

Wie die Ausbreitung von MRSA in den Kliniken bekämpft werden kann, zeigen die Niederlande. Dort werden alle Patienten bei der Aufnahme zuerst auf MRSA untersucht, um gegebenenfalls isoliert behandelt zu werden. Heute liegt die MRSA-Rate in den Niederlanden bei unter zwei Prozent, an deutschen Kliniken bei etwa 24 Prozent.

Vor einem Jahr lehnte das deutsche Gesundheitsministerium Meldepflicht und Maßnahmen auf Bundesebene ab und verwies auf die Länder. Ähnlich verfahren Kliniken. Infektionen werden verschwiegen, Infizierte verschoben, um für Kosten nicht aufkommen zu müssen. Klagende MRSA-Patienten müssen beweisen, wann sie sich wo infiziert haben.

Die beiden Filmemacher Monika Hielscher und Matthias Heeder haben Betroffene und Mediziner, Mikrobiologen und Hygieneexperten befragt - hier und in den USA, wo eine MRSA-Variante namens USA 300 wütet. «Alle 20 Minuten eine neue Mutation. Das ist Evolution im Zeitraffer» warnt ein Infektiologe.


Fast wie im Horrorfilm.

Ausland

In Vorbereitung

MRSA 1

MRE ein wachsendes Problem...
... vor allem für Kliniken, Alten- und Pflegeheime

Der Anstieg von Infektionen durch MRE (Multi-Resistente-Erreger) in Deutschland ist dramatisch. Neben dem unkritischen Einsatz von Antibiotika ist häufig die insuffiziente Umsetzung der prophylaktischen Hygienemaßnahmen und die fehlende Schulung des medizinischen Personals Grund für den starken Anstieg der MRE-Besiedlung von Patienten in deutschen Krankenhäusern sowie in Alten- und Pflegeheimen. Dabei verlängern MRE-Infektionen die Liegedauer von Patienten und erhöhen deren Morbidität und Mortalität.

Ein konsequentes und systematisches Hygienemanagement kann die Verbreitung von MRE effektiv reduzieren.

Herzlich Willkommen

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